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Valentinstag – Ein Bischof im Auftrag der Liebenden

(dies ist die Fortsetzung des Beitrags vom 29. Januar 2014)

Mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Kleidung kämpften sich die drei durch den Sturm Richtung Gaststätte. Der Wind war klirrend und der Schnee erschwerte jeden Schritt. Tomaso jedoch spürte die Kälte nicht. Er war erfüllt von einem warmen Glücksgefühl, dass langsam aber stetig von seinem Körper Besitz einnahm.

Als sie an der Gaststätte ankamen und sich die schweren Türen öffneten, war der Anblick, der sich ihnen bot, wie eine Engelserscheinung. Bischof Valentin von Terni saß mit einer Gruppe Wanderern, die sich hier scheinbar vor dem Sturm in Sicherheit gebracht hatten, und Nuntio an einem Tisch und erzählte heitere Geschichten. Sein Lachen war warm und seine roten Wangen sowie seine stattliche Gestalt ließen ein herzliches Gefühl bei den Betrachtern aufkommen. Als die drei hineintraten, wendete der Bischof seinen Blick auf Tomaso und Sophia.

„Ihr müsste das junge Paar sein, von dem mir schon soviel erzählt wurde“, rief der Bischof den Neuankömmlingen zu. „Ich bin überglücklich, eure Bekanntschaft machen zu dürfen!“ „Eure Exzellenz!“ gaben Sophia und Tomaso unisono zurück und verneigten sich respektvoll. „Auf mit euch, meine Kinder, hier seid ihr die Ehrengäste“, erwiderte der Bischof rasch und wedelte mit seinen Armen.

„Bitte verzeiht, Eure Exzellenz,“ Tomaso sah verschüchtert auf den Boden, „ich bin darüber unterrichtet worden, dass Ihr um meine Stellung wisst. Aber seid ihr euch auch der Tragweite Eurer Taten bewusst? Wir können diesen Dienst nicht von Euch verlangen!“

„Lieber Freund,“ der Bischof ging auf Tomaso zu und nahm sein Kinn in seine rechte Hand während er Tomasos Blick auf den seinen richtete, „jedes Tier und jeder Mensch dieser Welt, hat das Recht zu lieben. Es ist ein Gott gegebenes Recht. Und eine Liebe ist nur dann gesegnet, wenn sie vor den Augen Gottes und in seinem Sinne in einer Ehe mündet. Keine weltliche Kraft dieser Erde hat die Macht, sich dem zu widersetzen. Und unter uns… warum soll gerade dir, als treuer Diener des Staates, dieses Recht verwehrt werden?“

Der Bischof lies Tomasos Kopf los und nahm nun seine Hand stattdessen. Mit der anderen Hand ergriff er Sophia und ein breites Lächeln durchzog sein Gesicht: „Nun lasst uns an diesem wundervollen 14. Februar 267 der Liebe und dem lieben Gott huldigen, auf das zwei Seelen zu einer werden!“

Diese Geschichte ist frei erfunden. Aber so ähnlich hätte es damals im dritten Jahrhundert gewesen sein können, als Bischof von Terni sich dem Befehl des Kaisers widersetzte und Liebespaare traute – egal ob Soldat oder nicht.

Aufgrund seiner Religion wurde der Bischof Jahre später durch den Kaiser zum Tode verurteilt und enthauptet. Ob seine Eheschließungspraktiken Auslöser dafür waren, ist nicht überliefert. Vielmehr gilt, verschiedenen Quellen nach zu Urteilen, der 14. Februar jeher als Gedenktag für den besagten Bischof. Eingeführt durch die Kirche, wurde er bald von den Liebenden übernommen und mit den Jahrhunderten kamen durch verschiedene Kulturen weitere Traditionen und Bräuche hinzu.

Beispielsweise kam im Viktorianischen Zeitalter der Brauch auf, sich gegenseitig dekorierte Karten zu schicken. Eine Tradition, die wir natürlich für sehr gut und sinnvoll halten. Die Blumen jedoch soll bereits der Bischof selbst den Liebespaaren mitgegeben haben und das Strauß-Verschenken hat damit nicht erst nach der Entstehung der organisierten Floristen-Verbände begonnen.

Wie ihr euren Valentinstag verbringt und was ihr als Anlass nehmt, eurem Herzallerliebsten oder eurer Herzallerliebsten Blumen, eine Karte oder Konfekt zu schenken, bleibt natürlich euch überlassen. Wir sind sicher, dass es wundervoll werden wird.

Vielleicht ist es die Wahrheit, was um den Bischof von Terni an diesem 14. Februar geschehen ist. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eine schöne Liebesgeschichte. Wie auch immer…

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wünscht euch allen einen schönen Valentinstag!

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Valentinstag – Eine Liebesgeschichte

„Nichts und niemand“, schrie Tomaso ihr zu, „weder ein Kaiser noch seine Garde, meine Kameraden, und schon gar nicht Sturm und Urgewalt werden mich davon abhalten können, dich zur Frau zu nehmen!“ Mit sanfter Stimme fügte er hinzu, während er ihr tief in Augen sah: „Dafür ist meine Liebe zu dir zu stark, Sophia!“ „Aber bedenke doch die Folgen… für uns und unsere Familien, geliebter Tomaso! Es ist des Kaisers Befehl und ich möchte dich nicht verlieren!“ Tränen stiegen in Sophia hoch, als sie begriff, dass sich ihr geliebter Soldat und Partner nicht von seinem Unterfangen abringen lassen würde… und sie es in ihrem tiefsten Inneren auch nicht wollte, dass es so käme.

Es schneite bereits den ganzen Tag in dem kleinen italienischen Ort und die vergeblichen Versuche sich in das Nachbardorf zu einem Vertrauten zu begeben, der die beiden Verliebten Trauen wollte, waren an den furchtbaren Strassenzuständen gescheitert. Mit Tomasos näherrückenden Abberufung zu den Schlachtfeldern im Süden, schien der Plan und die Zukunft des jungen Paares besiegelt.

Plötzlich stieß die Tür auf und starke Windböen erfassten die Bewohner der kleinen Behausung, ließen Schnee durch das Zimmer fegen, der sich wie ein sanfter Schleier frischen Mehls auf die Einrichtung legten. In der Tür stand Giorgio, der Sohn des Schenken- und Gasthausbesitzers Nuntio. „Schnell beeilt euch… kleidet euch an! Ihr müsst sofort zu uns ins Gasthaus kommen, wenn ihr euer Ansinnen noch vor Ankunft des Frühlings umgesetzt sehen wollt!“ „Wovon sprichst du, du Narr?“, fragte Tomaso. „Für kein Geld der Welt bringe ich Sophia raus in diese Eishölle. Und mich selbst auch nicht!“

„Eilt euch doch!“, rief Giorgio. „Wir haben in der Gaststätte einen Gast, der im Stande ist, euch im Sinne der Kirche zu trauen! Eilt euch! Er will trotz des Sturmes weiterziehen und wartet nur, weil er hörte, dass du ein Diener des Kaisers bist!“

Sophia schob sich an Tomasos breiten Schultern vorbei und sah Giorgio mit ungläubigen Augen an. „Bist du von allen guten Geistern verlassen? Du weißt, dass es gemäß kaiserlicher Anordnung verboten ist, Soldaten zu trauen. Warum musstest du ihm das sagen? Einem Fremden!“ „Beruhige dich, Sophia, es ist uns herausgerutscht. Aber es soll euch kein Leid widerfahren. Er hat ausdrücklich gesagt, er möchte diese Trauung vollziehen… und es sei ihm bewusst, dass er sich damit nicht nur Freunde mache. Vertraut ihm! Der Mann ist schliesslich ein Bischof“, erwiderte Giorgio.

Mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Kleidung kämpften sich die drei durch den Sturm Richtung Gaststätte. Der Wind war klirrend und der Schnee erschwerte jeden Schritt. Tomaso jedoch spürte die Kälte nicht. Er war erfüllt von einem warmen Glücksgefühl, dass langsam aber stetig von seinem Körper Besitz einnahm.

Fortsetzung folgt…

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